Gut besuchte Mitgliederversammlung der Elektro-Innung Wittgenstein


Bad Berleburg. Eine schadhafte Lieferung von einem Hersteller kann sich für einen Handwerksbetrieb zum finanziellen Risiko entwickeln – zum Beispiel, wenn ein Elektrofachbetrieb Schalter eingebaut hat, an denen sich später ein Mangel herausstellt. „Klar ist: Der Hersteller steht in der Pflicht“, sagt Ingo Strauß, Jurist des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW. „Der liefert Ihnen einfach einen Karton mit neuen Schaltern nach.“ Pech für den Handwerker: Er muss den oft hohen Aufwand für den Austausch tragen, obwohl ihn keine Schuld trifft. „Bei einem großen Gebäude kommt da schnell einiges zusammen.“

ElektroWittgen007Der Experte des Fachverbandes referierte während der gut besuchten Mitgliederversammlung der Elektro-Innung Wittgenstein über das rechtliche Problem, dass das Handwerk die erheblichen Kosten einer Neuinstallation tragen muss, während der Hersteller mit der Nachlieferung des Artikels seine Gewährleistungspflicht erfüllt hat. Doch es gibt inzwischen eine Möglichkeit, sich als Handwerker gegen diese Unwägbarkeiten abzusichern. „Dafür wurden sogenannte Haftungsübernahme-Vereinbarungen geschaffen“, erklärt  der Experte. Der Fachverband Elektro- und Informationstechnische Handwerke hat mit mehreren namhaften Herstellern von Elektro-Installationsartikeln eine Kostenübernahme im Gewährleistungsfall vereinbart, die für Innungsmitglieder auch den Aufwand zusätzlicher Werkleistungen berücksichtigt. Ingo Strauß: „Mit weiteren Herstellern werden darüber zurzeit Gespräche geführt.“ In der Praxis kann diese Kostenübernahme auch bedeuten, dass der Hersteller die notwendigen Mehrarbeiten in eigener Regie ausführt. Für den Endkunden macht dies keinen Unterschied; bei ihm wird in jedem Fall einwandfreie Ware installiert. „Diese Haftungsübernahme-Vereinbarung ist also ein sehr großer Vorteil, den nur Sie als Innungsmitglied haben“, betonte Ingo Strauß.

Der Obermeister der Elektro-Innung Wittgenstein, Fritz Hoffmann,
zeigte sich in seinem Rückblick ElektroWittgen002zufrieden: „Für uns war es ein gutes Jahr.“ Die positive Entwicklung der Baubranche habe sich auf das Elektrohandwerk ausgewirkt, ebenso das Wachstum in der Industrie. „Probleme haben wir sicher alle beim Fachkräftemangel. Der Markt ist leergefegt.“ Zudem werde es immer schwieriger, gute Auszubildende einzustellen. Eine gute Hilfestellung sei diesbezüglich die neu geschaltete Praktikabörse der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd. Der Weg zu einer Lehrstelle über ein betriebliches Praktika habe sich stets bewährt. Geschäftsführer Jürgen Haßler erläutert sodann ergänzend die Inhalte der Praktikabörse, in der mittlerweile zu 39 Berufe Angebote hinterlegt sind. Aufgerufen werden kann die Börse unter www.kh-siegen.de.

In einem weiteren Vortrag erläuterte Michael Goßmann, Organisationsleiter der Signal-Iduna-Filialdirektion Siegen, die Möglichkeiten der Pflegezusatzversicherung „PflegeBahr“. Goßmann wies darauf hin, dass die übliche Pflegeversicherung oft nicht ausreicht, um bei Pflegebedürftigkeit die Kosten zu decken. Seit Jahresbeginn kann jeder ab dem 18. Lebensjahr für die staatlich anerkannte Pflegezusatzversicherung, die durch den vormaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr initiiert wurde, eine jährliche Förderung von 60 Euro erhalten. So kann sich beispielsweise ein 52-jähriger, wenn er die neue Zusatzversicherung abschließt, bei einem Monatsbeitrag von rund 20 Euro über eine Monatsleistung von 600 Euro in Pflegestufe Drei absichern. Michael Goßmann: „Das Doppelte ist mit einem zusätzlichen Angebot unseres Hauses möglich, das insoweit die staatlich anerkannte Pflegezusatzversicherung ergänzt“.

ElektroWittgen004cc


Text und Fotos: Klaus Peter Eilert, Mediaservice Südwestfalen