Elektro-Innung Wittgenstein zu Besuch bei Firma Mennekes in Lennestadt

Siegen-Wittgenstein. Wenn in naher Zukunft mehr und mehr Elektroautos über Europas Straßen schnurren, dann wird stets auch Hochtechnologie aus Südwestfalen mitfahren. Und wer sein Elektromobil nach der Fahrt wieder auflädt, der nutzt dabei künftig intelligente Technik aus der Region. Die Elektro-Innung Wittgenstein informierte sich jetzt in Lennestadt beim führenden Entwickler der Ladesysteme für die Elektromobilität, der Mennekes GmbH & Co. KG. Im Rahmen ihrer Innungsversammlung besichtigten die Handwerksmeister die Fertigungsanlagen und ließen sich vom Mennekes-Teamleiter für Schulungen und Werksbesuche, Ulrich Clemens, den Stand der Technik und der Markteinführung erläutern.

Ulrich Clemens gab in seinem Vortrag einen umfassenden Einblick in die Grundlagen der Elektromobilität und in die Möglichkeiten, die diese Technologie auch dem Elektrohandwerk bietet. Zwar werden sich, so Clemens, in den nächsten Jahren zunächst noch kaum Leute aus wirtschaftlichen Gründen ein Elektrofahrzeug kaufen. Dennoch sei das Marktpotenzial sehr groß, denn diese Situation werde sich gründlich ändern. „Bis 2020 werden bereits eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein.“ Zehn Jahre später sei bereits mit zehn Millionen Fahrzeugen zu rechnen, bis 2050 sollen es 40 Millionen Elektroautos sein. Dies bedeute auch, dass bis 2020 in Deutschland nicht weniger als 1,3 Millionen Ladepunkte für diese Fahrzeuge eingerichtet werden müssen. Grund genug, bereits jetzt bei neuen Gebäuden die entsprechende Infrastruktur mit einzuplanen. „Deshalb muss ja noch keine Ladestation eingebaut werden. Aber eine Zuleitung vom Zählerplatz zur Garage oder zum Stellplatz, ausgeführt als fünf-adrige Drehstromleitung sowie Leerrohre können Sie Ihren Kunden bereits empfehlen.“ Der Mehraufwand sei gering, und wenn in den nächsten Jahren ein Elektrofahrzeug angeschafft wird, dann ist der Einbau der notwendigen Ladestation mit geringem Kostenaufwand möglich. Dass Handwerker und Kunden mit der Technologie aus Kirchhundem gut beraten sind, daran ließ der Experte keinen Zweifel. Dies vor allem deshalb, weil sich die europäischen Automobilhersteller bereits darauf einigten, dass ab 2017 der „Mennekes-Stecker“ eingesetzt wird. Ulrich Clemens zeigte das Ladekabel mit dem Stecker „Typ 2“, den die Firma Mennekes entwarf und der im November 2011 weltweit als Ladesteckvorrichtung für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur festgeschrieben wurde.

Der Obermeister der Elektro-Innung Wittgenstein, Fritz Hoffmann, hob ebenfalls das große Potenzial hervor, das die neue Technologie für die Betriebe des Elektrohandwerks birgt. „Ein wichtiges Thema. Wir haben in ihrem Vortrag viel Interessantes gehört, über das die meisten noch gar nicht richtig nachgedacht haben“, sagte Hoffmann und überreichte Ulrich Clemens zur Erinnerung einen Zunftteller des Elektrohandwerks. In seinem kurzen Bericht erklärte Hoffmann, dass die Elektro-Innung Wittgenstein bisher ein gutes Jahr zu verzeichnen habe. „Ich gehe davon aus, dass es im Elektro-Handwerk auch weiterhin gute Beschäftigung geben wird.“ Auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, Jürgen Haßler, hatte nur Positives zu berichten. Er lud die Handwerker ein, die vielfältigen Lehrgangsangebote und sonstigen Serviceleistungen der Kreishandwerkerschaft zu nutzen.

Bei den Nachwahlen galt es, das Amt des Lehrlingswartes neu zu besetzen. Die Versammlung wählte einstimmig Matthias Dörr aus Bad Laasphe zum Nachfolger von Günter Hahn; neues Mitglied im Vorstand wurde Reiner Herling. Günter Hahn erhielt für seine besonderen Verdienste zur Förderung des Berufsnachwuchses die  Ehrenmedaille der elektro- und informationstechnischen Handwerke Nordrhein-Westfalen durch Obermeister Fritz Hoffmann und den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, Jürgen Haßler.


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Günther Hahn (links) erhielt die Ehrenmedaille des Elektrohandwerks von Obermeister Fritz Hoffmann (Mitte) und Geschäftsführer Jürgen Haßler (rechts)

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Obermeister Fritz Hoffmann überreichte Ulrich Clemens zur Erinnerung einen Zunftteller des Elektrohandwerks

Text und Foto: Klaus-Peter Eilert